Hypotonie und Sport

Regelmäßiger Ausdauersport kräftigt das Herz und trainiert den Kreislauf. Menschen mit niedrigem Blutdruck sollten vor allem ihr Gefäßsystem gezielt trainieren. Es passt sich schneller und besser den Anforderungen an (zum Beispiel Aufstehen, Wetter- und Temperaturwechsel), und Schwindelattacken kommen seltener vor.

Fürs Gefäßtraining eignen sich alle Sportarten mit mittlerer Belastung, bei denen möglichst alle Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht werden. Beispiele sind Wandern, Schwimmen, Gymnastik oder Nordic Walking. Hohe Dauerbelastungen (schnelles Joggen ohne Pausen) und Spitzenbelastungen (Gewichtheben) sind eher ungünstig. Der Muskelaufbau steht nicht unbedingt im Vordergrund, vielmehr ist die generelle körperliche Aktivierung mit einem positiven Effekt verbunden.

Wenn Sie Ihren Kreislauf mit Sport in Schwung bringen wollen, sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihr Vorhaben sprechen. Er berät Sie, welche Sportart für Ihre Form des niedrigen Blutdrucks geeignet ist. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer langen Sportpause sollte vor dem Trainingsbeginn ein Belastungstest durchführen.

Welche Sportart bringt welchen Nutzen?

Joggen: Beim Laufen wird der Blutdruck vorwiegend durch die Herzleistung stabilisiert. Am Ende der Belastung kann es dann zu einem raschen Blutdruckabfall kommen. Geeignet sind Läufe mit zwischenzeitlichen Gymnastikübungen. Auch können Sie Lauf- und schnelle Gehphasen abwechseln, um die Belastung zu dosieren. Pulsuhren helfen, den Belastungsgrad zu überprüfen.

Schwimmen: Hier werden sämtliche Muskelgruppen beansprucht. Durch den Wasserdruck von außen werden gleichzeitig Volumen und Elastizität der Gefäße gefördert. Regelmäßiges Schwimmen gilt daher als sehr gut für das Gefäßtraining.

Turnen/Gymnastik: Durch den steten Wechsel zwischen Be- und Entlastung werden die peripheren Gefäße sehr gut trainiert. Der Körper gewöhnt sich außerdem an den schnellen Wechsel der Körperlage. Anfänglich kann dies bei untrainierten Personen zu Schwindel führen. Motivieren Sie sich daher zu einem regelmäßigen Training.

Radfahren: Radfahren aktiviert die sogenannte Muskelpumpe. Die Muskeln des Unterschenkels drücken das Blut in den Venen gegen die Schwerkraft hoch. So steht es dem Kreislauf wieder zur Verfügung, anstatt in den Beinen zu versacken. Auch ist Radfahren ein gelenkschonender Ausdauersport, bei dem sich die Belastung gut dosieren lässt. Sie können sich je nach Fitness etwa auf leichten Touren entspannen oder bei schweren Bergetappen austoben. Daher ist Radfahren als Kreislauftraining sehr empfehlenswert.

Was ist Hypotonie?